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Not mit Frühlingspilzen
#1

Hallo liebe Pilzfreunde,

heute konnte ich überrachend etwas früher von der Arbeit flüchten. Die Notausrüstung war gleich gefunden. Eine Stofftüte fand ich im Schreibtisch, Turnschuhe waren im Kofferraum, jedoch sonst nichts, weder Messer noch Fotoausrüstung.
Als ab in den Wienerwald und in der Nähe von Sittendorf, Seehöhe ca. 450m, auf gut Glück rein in den Wald.
Hier konnte ich verschiedene Pilze finden und nahm zwecks Bestimmung einige Exemplare mit. Und nun kommt die Not ins Spiel. Als klassicher Speisepilzsammler (Eierschwammerl, Steinpilze, Teublinge, Paralole, Krause Glucke) habe ich in den Vorjahren meine ersten Kontrollgänge erst Mitte/Ende Juni gemacht, und das in einen völlig anderen Waldgebgiet; d.H. habe wenig Ahnung von den heute gesehenen Pilzen.


Nun zu den Funden:

A) Maipilz / Calocybe Gambosa (Selbstbestimmung, Korrekturen ausdrücklich erwünscht)
                   
Maßangaben für das größere Exemplar:
Höhe 12 cm, Hutdurchmesser 11 cm.
Hut: Farbe beige, beibe/braun, dickfleischig, Huthaut nicht abziehbar, glatt
Fleischfarbe: weis, keine Verfärbung bei Anschnitt, ältere Verletzungen färben braun.
Stiel: unten bauchig, nach oben verjüngt Farbe wie Hut, Dm. oben ca. 2 cm, greift sich fest an.
Lamellen: Farbe sandbeige, schmal, gerade angewachsen, gedrängt stehend und untermischt
Geruch: angenhem pilzig, kann aber keine besondere Note feststellen, auch nicht mehlig wie in meinem Pilzbuch beschrieben. Auch die Gattin hat geschnüffelt und die hat eine recht gute Nase.
Fundort: 1 Gruppe in einer Wiese, ca. 5m vom Waldrand entfert (Laubbäume); 1 Gruppe in eher dichten Buchen Jungwald

B) Ähnlich, aber doch ein anderer
                   
Höhe 10 cm, Hutdurchmesser 7 cm.
Hut: Farbe orange/braun, Huthaut gut abziehbar, glatt
Fleischfarbe: weis, keine Verfärbung bei Anschnitt
Stiel: Dm. ca. 1 cm, greift sich fest an.
Lamellen: Farbe weis, schmal, frei, gedrängt stehend
Geruch: angenhem pilzig, kann aber keine besondere Note feststellen.
Fundort: Buchen Altbestand

C) Champignon-Egerling, aber welcher?
                   
Höhe 14 cm, Hutdurchmesser 9 cm.
Hut: Farbe (schmutzig) braun, Huthaut abziehbar, glatt, radial rissig.
Fleischfarbe: weis, keine Verfärbung bei Anschnitt
Stiel: Dm. ca. 1,5 cm, bräunlich, Basis keulig.
Lamellen: frei, rosa bis braun/schwarz
Geruch: angenhem pilzig, sicher keine Anisnote.
Fundort: recht unaugeräumter Jungwald, sehr dicht, einiges an Totholz, vorwiegend Fichten; standen direkt unter einer ungefallenen, bereits kaputten Jungfichte

D) Die Kinder: vermutlich noch zu jung für eine Bestimmung.
Standort in einer Wiese mit sehr kargen Grasbewuchs, sonnig und trocken, sicher 10m vom Waldrand entfernt.
                   
Diese kleine runde Kugel (vermutlich ein Bovist) hatte einen sehr angenehmen Geruch, Dm.war ca. 2,5 cm, Oberfläche glatt und trocken.
Der Lamellenpilz hatte eine Höhe und Breite von ca. 4,5 cm. Geruch war pilzig, jedoch nur sehr schwach.

Bitte um eure Hifle bei der Erweiterung meines Wissens betreffend Frühlingspilzen.

Grüße
Josef
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#2

Hallo Josef,

ich kann mich hier nur über a. und d. auslassen. A. solltest Du trotz deiner Geruchsangabe richtig bestimmt haben und d. könnte ein sehr junger, früher Grauer Wulstling (Amanite excelsa) sein. Beim letzten stört mich auch deine Geruchsangabe, pilzig ist nämlich keine. Der erinnert mich immer ein wenig an einen Kartoffelkeller oder rohe Rüben.

VG Willihund
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#3

Hallo Josef,

schöne und, wie ich meine, detailreiche Beschreibungen und Bilder, Danke.

A) Könntest du richtig liegen.

B) ?

C) Der Fundort stört mich, ansonsten sehe ich einen Wiesenchampignon (Agaricus campestris)? Schau mal unter http://www.pilzbestimmer.de/Basidiomycot...index.html (3 Seiten!)

D) ? Warum und wie kommt willihund da auf Grauer Wulstling? Da ist doch die Kappe dunkel und die Flocken heller - hier ist es umgekehrt. Mit Lamellen aber sicherlich kein Bovist ...

Liebe Grüße, Jürgen

"Sorgfältig muß man wahrnehmen, daß nicht giftige P. unter die zu genießenden kommen, indem sonst der Genuß für die Gesundheit höchst nachtheilige Folgen haben, ja selbst den Tod bringen kann.", Pierer's Universal-Lexikon, Band 13. Altenburg 1861, S. 137-138
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#4

Hallo Jürgen,

das ist m.E. ein nicht rötender Knollenblätterpilz mit geriefter Manschette. Kennst Du noch andere mit diesen Merkmalen?

VG Willihund
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#5

Hallo zusammnen,

B: Schaut mir sehr nach einem Täubling aus.
" Zu ihren charakteristischsten Merkmalen gehören neben den spröden Lamellen das glatt wie eine Karotte brechende Fleisch. Der Grund hierfür sind die im Pilzfleisch eingelagerten Kugelzellen, die Sphaerozysten."
http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%A4ublinge

"Antonius behüte"
Gruß, Dieter

Bei Pilzen kassieren wir immer im Voraus!
giftig
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#6

Hallo Dieter, Jürgen und Willihund,

danke für eure Antworten.

zu A: nehme ich gerne in meine Fundliste 2013 auf!

zu B:
Dieter, kann mich mit deinem Vorschlag Familie Russula gut anfreunden. Habe im Vorjahr im selben Waldgebiet meine ersten Frauenteublinge gefunden und auch verspeist. Aber es war nicht so früh, ca. Mitte Juni.
Habe mir nochmals die Lamellen angeschaut. Diese sind recht elastisch, brechen erst bei stärkeren Druck. Geschmaksprobe: Mild!Daumen hoch
Danke für den Link.

zu C:
Jürgen, danke für den Link. Muß mich aber erst reinarbeiten.

zu D:
Auf dem ersten Bild waren zwei unterschiedliche Pilze abgebildet. Vom rechten Exemplar nun ein Querschnittbild:
   

Den gestern durchgeschnittenen und sofort fotografierten Blätterpilz habe ich heute nochmals abgebildet:
   
Es zeigt sich nun Farbe.

Beste Grüsse
Josef
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#7

Hallo Josef,

das Bräunen der Schnittstelle beim Blätterpilz bestärkt mich bei meiner Meinung dass es sich hier um den Grauen Wulstling (Amanita excelsa) handelt. Bei solch jungen Fruchtkörpern ist eine Bestimmung meist sehr schwer.

Beim Bovist, den ich auf deinem ersten Bild gar nicht wahrgenommen hatteAngry, könnte es sich um einen Eier-Bovist (Bovista nigrescens) handeln. Das ist aber reine Spekulation.

Hallo Dieter,

zu b: mit einem Täubling kann ich mich anhand seines Aussehens nicht anfreunden habe aber auch keinen Vorschlag zu bietenHuh.

VG Willihund
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#8

Hallo Zusammen !
wie Jörg schon schrieb bestehen noch Restzweifel auch bezgl. der Gattung bei Pilz b : sicherlich bedarf es hier noch weiterer Angaben wie z. B. der von Dieter bei Gattung Russula spec. vorhandenen Brüchigkeit des Stiels .
ich schmeisse mal ,natürlich nur spekulativ einen Vertreter der Gattung Melanoleuca in den Ring und hoffe auf weitere Angaben von Josef ...
Gruß Angaben

Essensfreigaben gibts nur beim Pilzberater vor Ort , Bestimmungsvorschläge meinerseits sind keine Essensfreigaben
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#9

Hallo alle Zusammen,

anbei Foto vom gebrochenen Stiel. Mußte mit Blitz fotografieren, konnte also nicht sehr knapp rangehen.
       
Aber die Bruchstelle sollte trotzdem zu beurteilen sein.
Habe noch zwei Kappen zum Aussporren aufgelegt (auf weißen und schwarzen Papier), aber noch nichts zu erkennen.

Grüsse
Josef
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#10

Hallo Josef !
das ist definitiv kein Russula ( Täubling )
Gruß Harry

Essensfreigaben gibts nur beim Pilzberater vor Ort , Bestimmungsvorschläge meinerseits sind keine Essensfreigaben
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