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Pilze im Buch "Tyll", von Daniel Kehlmann
#1

Hallo,

ich lese gerade das Buch Tyll von Daniel Kehlmann, welches zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges spielt, also im 17. Jahrhundert. Eine interessante Passage habe ich gefunden:

Zitat:Er und seine Schwester, sagte der Narr, seien zuerst mit einem schlechten Moritatensänger herumgezogen, der gut zu ihnen gewesen sei, und dann mit einem Gaukler, von dem er alles gelernt habe, was er könne, einem Spaßmacher von Rang, einem guten Jongleur, einem Schauspieler, der sich vor keinem habe verstecken müssen, aber vor allem sei er ein böser Kerl gewesen, so gemein, dass Nele ihn für den Teufel gehalten habe. Doch dann hätten sie begriffen, dass jeder Gaukler ein wenig Teufel sei und ein wenig Tier und ein wenig harmlos auch, und sobald sie dies begriffen hätten, hätten sie den Pirmin, so habe er geheißen, nicht mehr gebraucht, und als er zu ihnen wieder besonders böse gewesen sei, habe ihm Nele ein Pilzgericht gekocht, das er so schnell nicht vergessen habe, oder vielmehr habe er es sofort vergessen, er sei nämlich dran krepiert, zwei Handvoll Pfifferlinge, ein Fliegenpilz, ein Stück vom schwarzen Knollenblätterling, mehr brauche man nicht. Die Kunst bestehe darin, Fliegen- und Knollenblätterpilz zu nehmen, denn zwar töte jeder der beiden, aber einzeln schmeckten sie bitter und fielen auf. Gemeinsam verkocht, vereinigten ihre Aromen sich zu einer feinen Süße, deren Wohlgeschmack keinen Verdacht aufkommen lasse.
Seite 310

Was verstand man unter einem Schwarzen Knollenblättling? Oder hat sich Herr Kehlmann einfach einen rethorischen Scherz gemacht? Wollte er damit etwas andeuten? Interessant finde ich es allemal, auch die Geschmackserklärung. Hat er historische Quellen zu so einer Bezeichnung?

Liebe Grüße Jürgen

"Sorgfältig muß man wahrnehmen, daß nicht giftige P. unter die zu genießenden kommen, indem sonst der Genuß für die Gesundheit höchst nachtheilige Folgen haben, ja selbst den Tod bringen kann.", Pierer's Universal-Lexikon, Band 13. Altenburg 1861, S. 137-138
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#2

(27.01.2019, 01:06)juergenhold schrieb:  Hallo,

ich lese gerade das Buch Tyll von Daniel Kehlmann, welches zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges spielt, also im 17. Jahrhundert. Eine interessante Passage habe ich gefunden:

Zitat:Er und seine Schwester, sagte der Narr, seien zuerst mit einem schlechten Moritatensänger herumgezogen, der gut zu ihnen gewesen sei, und dann mit einem Gaukler, von dem er alles gelernt habe, was er könne, einem Spaßmacher von Rang, einem guten Jongleur, einem Schauspieler, der sich vor keinem habe verstecken müssen, aber vor allem sei er ein böser Kerl gewesen, so gemein, dass Nele ihn für den Teufel gehalten habe. Doch dann hätten sie begriffen, dass jeder Gaukler ein wenig Teufel sei und ein wenig Tier und ein wenig harmlos auch, und sobald sie dies begriffen hätten, hätten sie den Pirmin, so habe er geheißen, nicht mehr gebraucht, und als er zu ihnen wieder besonders böse gewesen sei, habe ihm Nele ein Pilzgericht gekocht, das er so schnell nicht vergessen habe, oder vielmehr habe er es sofort vergessen, er sei nämlich dran krepiert, zwei Handvoll Pfifferlinge, ein Fliegenpilz, ein Stück vom schwarzen Knollenblätterling, mehr brauche man nicht. Die Kunst bestehe darin, Fliegen- und Knollenblätterpilz zu nehmen, denn zwar töte jeder der beiden, aber einzeln schmeckten sie bitter und fielen auf. Gemeinsam verkocht, vereinigten ihre Aromen sich zu einer feinen Süße, deren Wohlgeschmack keinen Verdacht aufkommen lasse.
Seite 310

Was verstand man unter einem Schwarzen Knollenblättling? Oder hat sich Herr Kehlmann einfach einen rethorischen Scherz gemacht? Wollte er damit etwas andeuten? Interessant finde ich es allemal, auch die Geschmackserklärung. Hat er historische Quellen zu so einer Bezeichnung?

Liebe Grüße Jürgen

hallo Jürgen
Da hat er sich etwas ausgedacht, damit das Buch interessanter wird! Big Grin

Grüße von der Insel Rügen
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#3

(27.01.2019, 12:52)Uwe schrieb:  
(27.01.2019, 01:06)juergenhold schrieb:  Hallo,

ich lese gerade das Buch Tyll von Daniel Kehlmann, welches zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges spielt, also im 17. Jahrhundert. Eine interessante Passage habe ich gefunden:

Zitat:Er und seine Schwester, sagte der Narr, seien zuerst mit einem schlechten Moritatensänger herumgezogen, der gut zu ihnen gewesen sei, und dann mit einem Gaukler, von dem er alles gelernt habe, was er könne, einem Spaßmacher von Rang, einem guten Jongleur, einem Schauspieler, der sich vor keinem habe verstecken müssen, aber vor allem sei er ein böser Kerl gewesen, so gemein, dass Nele ihn für den Teufel gehalten habe. Doch dann hätten sie begriffen, dass jeder Gaukler ein wenig Teufel sei und ein wenig Tier und ein wenig harmlos auch, und sobald sie dies begriffen hätten, hätten sie den Pirmin, so habe er geheißen, nicht mehr gebraucht, und als er zu ihnen wieder besonders böse gewesen sei, habe ihm Nele ein Pilzgericht gekocht, das er so schnell nicht vergessen habe, oder vielmehr habe er es sofort vergessen, er sei nämlich dran krepiert, zwei Handvoll Pfifferlinge, ein Fliegenpilz, ein Stück vom schwarzen Knollenblätterling, mehr brauche man nicht. Die Kunst bestehe darin, Fliegen- und Knollenblätterpilz zu nehmen, denn zwar töte jeder der beiden, aber einzeln schmeckten sie bitter und fielen auf. Gemeinsam verkocht, vereinigten ihre Aromen sich zu einer feinen Süße, deren Wohlgeschmack keinen Verdacht aufkommen lasse.
Seite 310

Was verstand man unter einem Schwarzen Knollenblättling? Oder hat sich Herr Kehlmann einfach einen rethorischen Scherz gemacht? Wollte er damit etwas andeuten? Interessant finde ich es allemal, auch die Geschmackserklärung. Hat er historische Quellen zu so einer Bezeichnung?

Liebe Grüße Jürgen

hallo Jürgen
Da hat er sich etwas ausgedacht, damit das Buch interessanter wird! Big Grin

Hallo Uwe,

ich bin da rigoroser:

- Das Werk eines Autor der einen derartigen Unsinn/Schwachsinn schreibt gehört in den Papiercontainer.

Grüße Gerd

Ich mache nur Bestimmungsvorschläge ohne Freigabe für Speisezwecke!!!
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#4

(30.01.2019, 00:04)Gerd schrieb:  
(27.01.2019, 12:52)Uwe schrieb:  
(27.01.2019, 01:06)juergenhold schrieb:  Hallo,

ich lese gerade das Buch Tyll von Daniel Kehlmann, welches zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges spielt, also im 17. Jahrhundert. Eine interessante Passage habe ich gefunden:

Zitat:Er und seine Schwester, sagte der Narr, seien zuerst mit einem schlechten Moritatensänger herumgezogen, der gut zu ihnen gewesen sei, und dann mit einem Gaukler, von dem er alles gelernt habe, was er könne, einem Spaßmacher von Rang, einem guten Jongleur, einem Schauspieler, der sich vor keinem habe verstecken müssen, aber vor allem sei er ein böser Kerl gewesen, so gemein, dass Nele ihn für den Teufel gehalten habe. Doch dann hätten sie begriffen, dass jeder Gaukler ein wenig Teufel sei und ein wenig Tier und ein wenig harmlos auch, und sobald sie dies begriffen hätten, hätten sie den Pirmin, so habe er geheißen, nicht mehr gebraucht, und als er zu ihnen wieder besonders böse gewesen sei, habe ihm Nele ein Pilzgericht gekocht, das er so schnell nicht vergessen habe, oder vielmehr habe er es sofort vergessen, er sei nämlich dran krepiert, zwei Handvoll Pfifferlinge, ein Fliegenpilz, ein Stück vom schwarzen Knollenblätterling, mehr brauche man nicht. Die Kunst bestehe darin, Fliegen- und Knollenblätterpilz zu nehmen, denn zwar töte jeder der beiden, aber einzeln schmeckten sie bitter und fielen auf. Gemeinsam verkocht, vereinigten ihre Aromen sich zu einer feinen Süße, deren Wohlgeschmack keinen Verdacht aufkommen lasse.
Seite 310

Was verstand man unter einem Schwarzen Knollenblättling? Oder hat sich Herr Kehlmann einfach einen rethorischen Scherz gemacht? Wollte er damit etwas andeuten? Interessant finde ich es allemal, auch die Geschmackserklärung. Hat er historische Quellen zu so einer Bezeichnung?

Liebe Grüße Jürgen

hallo Jürgen
Da hat er sich etwas ausgedacht, damit das Buch interessanter wird! Big Grin

Hallo Uwe,

ich bin da rigoroser:

- Das Werk eines Autor der einen derartigen Unsinn/Schwachsinn schreibt gehört in den Papiercontainer.

Grüße Gerd
Hallo Gerd
Da kann man nur hoffen, daß das ganze Buch nicht so einen Unsinn enthält. Fatal ist besonders, daß beim Leser der Eindruck erzeugt wird, giftige Pilze seien bitter! Das ist dann schon gefährlicher Unsinn!
Personen die Fliegenpilze und Grüne Knollenblätterpilze (Schwarze gibt es ja nicht) gegessen haben, erwähnten einen angenehmen Pilzgeschmack! So hatte ich es mal in einem Bericht über Vergiftungen gelesen.

Grüße von der Insel Rügen
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#5

'n Abend,

Gerd & Uwe, Daniel Kehlmann hat einen ''Roman'' geschrieben, kein Pilzbuch.

Reine Fiktion sollte von der Realität unterscheidbar sein, Jule Verne's Team reiste dereinst zum Mittelpunkt der Erde. Haben die nicht übermannshohe Pilze angetroffen? Auch in den Papierkorb, in die Fänge des Reisswolfs? 

Locker bleiben und mit Rezensionen etwas zurückhaltender umgehen, wenn man nur eine Textpassage als Leseprobe zur Verfügung hat,

LG
Peter

Es reicht ein Hut aus Fomfom als Statussymbol. Wenn der Blitz einschlägt brennt nur der Kopf.
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#6

Hallo,

also es ist wirklich ein sehr gutes Buch, 460 Seiten in 2 Tagen, sehr fesselnd.

Es geht auch um den ABerglauben im Mittelalter, um Heiler, Volksglauben, Inquisition, (Quasi)Wissenschaft, und vieles mehr, in diese Reihe würde ich obenstehende Textpassage stellen. Meine Frage ging eher in die Richtung, ob es vielleicht im Mittelalter wirklich so einen Glauben gab, über das Buch lass ich nix kommen.

Schon Daniel Kehlmanns Buch "Die Vermessung der Welt", wo es um die Brüder Humboldt und den Mathematiker Gauß geht, war ein sensationell gutes Buch. Die Sprache und Ausformulierung ist einzigartig.

Mich würde doch sehr, jetzt wo ich so in der Lebenswelt des Mittelalters war, interessieren, wie der Umgang mit und das Wissen über Pilze war. Ich glaube, sie waren zumindest mehr Lebensgrundlage und wichtige Lebensmittel als heute.

Liebe Grüße Jürgen

"Sorgfältig muß man wahrnehmen, daß nicht giftige P. unter die zu genießenden kommen, indem sonst der Genuß für die Gesundheit höchst nachtheilige Folgen haben, ja selbst den Tod bringen kann.", Pierer's Universal-Lexikon, Band 13. Altenburg 1861, S. 137-138
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#7

Servus Jürgen,

das Mittelalter umfasst gem. Wiki den Zeitraum zwischen dem 6. - 15. Jahrhundert. Einige Giftpilze werden die Menschen damals schon gekannt und gemieden haben, vor allem jene mit einer relativ kurzen Latenzzeit. Dazu wirst du kaum schriftliche Aufzeichnungen googeln können, in Klöstern könnte es zu durch Pilze hervorgerufen Vergiftungen aber Aufzeichnungen geben. Much fun bei der Suche ... und berichte bei Gelegenheit darüber.

Das Eierschwammerl wurde erstmal von Fries 1821 beschrieben, --->  hat die mycobank geliefert. Die bis heute gültige wissenschaftliche Nomenklatur geht auf Carl von Linné zurück, auch aus dem 19. Jhd. Ob sich Wissenschaftler vor dieser Zeit mit Pilzen nachvollziehbar beschäftigt haben, kann sein, ich weiß es nicht.

Unsere heurige Arbeitswoche in Semriach soll die Porlinge als Themenschwerpunkt haben, besser kann's net laufen. Wer, wie du, Zeit zum Romane verschlingen hat sollte mit einem Mikro liebäugeln, weisste. Oder sich zumindest Die pileaten Porlinge Mitteleuropas auf's Nachtkastl legen ;-)

LG
Peter

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#8

(31.01.2019, 20:04)Habicht schrieb:  'n Abend,

Gerd & Uwe, Daniel Kehlmann hat einen ''Roman'' geschrieben, kein Pilzbuch.

Reine Fiktion sollte von der Realität unterscheidbar sein, Jule Verne's Team reiste dereinst zum Mittelpunkt der Erde. Haben die nicht übermannshohe Pilze angetroffen? Auch in den Papierkorb, in die Fänge des Reisswolfs? 

Locker bleiben und mit Rezensionen etwas zurückhaltender umgehen, wenn man nur eine Textpassage als Leseprobe zur Verfügung hat,

LG
Peter
Hallo Peter
Du brauchst uns nicht belehren oder ermahnen. Wir haben keine Rezension über das Buch gemacht.
Wir haben nur unsere Meinung zu Jürgen seiner Fragestellung geschrieben:
Was verstand man unter einem Schwarzen Knollenblättling? Oder hat sich Herr Kehlmann einfach einen rethorischen Scherz gemacht? Wollte er damit etwas andeuten? Interessant finde ich es allemal, auch die Geschmackserklärung. Hat er historische Quellen zu so einer Bezeichnung?

Wenn unsere Meinung anders ausfällt als deine Ansicht, dann ist das eben so! Damit mußt du leben! Wenn dir das Buch gefällt, dann ist doch alles in Ordnung.

Grüße von der Insel Rügen
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#9

(30.01.2019, 06:36)Uwe schrieb:  
(30.01.2019, 00:04)Gerd schrieb:  Hallo Uwe,

ich bin da rigoroser:

- Das Werk eines Autor der einen derartigen Unsinn/Schwachsinn schreibt gehört in den Papiercontainer.

Grüße Gerd
Hallo Gerd
Da kann man nur hoffen, daß das ganze Buch nicht so einen Unsinn enthält.


Servus Uwe,

Gerd wirft das Werk des Autor's in den Papierkontainer und du hoffst ...

Belehrend war meine Antwort nicht gemeint, steht mir nicht zu. Meinen Senf zu eurer beider Meinung habe ich geschrieben, 


LG
Peter

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#10

(31.01.2019, 20:04)Habicht schrieb:  'n Abend,

Gerd & Uwe, Daniel Kehlmann hat einen ''Roman'' geschrieben, kein Pilzbuch.

Reine Fiktion sollte von der Realität unterscheidbar sein, Jule Verne's Team reiste dereinst zum Mittelpunkt der Erde. Haben die nicht übermannshohe Pilze angetroffen? Auch in den Papierkorb, in die Fänge des Reisswolfs? 

Locker bleiben und mit Rezensionen etwas zurückhaltender umgehen, wenn man nur eine Textpassage als Leseprobe zur Verfügung hat,

LG
Peter

Hallo Peter,

- ich teile deine Meinung nicht. J. Verne hat Bücher veröffentlicht, die man als nicht abwegige "Science Fiktion" bezeichnen kann.

- Daniel Kehlmann hat zwar auch einen Roman (künstlerische Freiheit halte ich für zulässig) geschrieben. Doch diesen "Schrott" (fast jedes Wort) den Jürgen zitiert hat ist nicht tolerierbar. Und dies m.E. auch dann nicht, wenn der Rest lesenswert ist.

Grüße Gerd

Ich mache nur Bestimmungsvorschläge ohne Freigabe für Speisezwecke!!!
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