Unsere Empfehlung: Herbertz Pilzmesser, rostfrei, Holz-Griff, inkl. Bürste und Karabiner
Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Überbleibsel
#1

Hallo liebe Pilzfreunde,

das heutige Wetter war zum Rausgehen etwas zu unfreundlich, also genug Zeit um die Fotos vom letzten Jahr zu sichten.
Als Winterüberbrückung sollten einige Funde doch taugen.

Ich fange heute mit Pilz 1 an.
Gefunden am 10 Nov. 18 im Wienerwald, Nähe Gruberau. Buchenwald mit einzelnen Föhren und Tannen, kalkhaltig.

   
Lange nach einen Namen gesucht, habe mich für Schwarzhaariger Wurzelrübling OUDEMANSIELLA MELANOTRICHA (SYN. XERULA MELANOTRICHA) entschieden. 

Details:

   
   
   

Schnittbilder:
       

Berichtigungen und Kommentare sind natürlich erwünscht.

LG.
Josef
Zitieren
#2

Hallo
Ein schöner Fund! Daumen hoch Den Pilz habe ich selbst noch nicht gefunden.

Grüße von der Insel Rügen
Zitieren
#3

Hallo Uwe,

danke für deine Antwort.
Auch für mich war es ein Erstfund.
Die Pilzdatenbank der ÖMG zeigt 79 Einträge, also mit etwas Glück und Geduld auffindbar. Bei mir war es aber ein Zufallsfund.

LG.
Josef
Zitieren
#4

Hallo Josef,
echt ein schöner Fund....ist(war)uns komplett unbekannt.Danke fürs Zeigen!  Daumen hoch
LG Rudi
Zitieren
#5

(26.01.2019, 23:20)Peppi50+ schrieb:  Hallo liebe Pilzfreunde,


Ich fange heute mit Pilz 1 an.
Gefunden am 10 Nov. 18 im Wienerwald, Nähe Gruberau. Buchenwald mit einzelnen Föhren und Tannen, kalkhaltig.


Lange nach einen Namen gesucht, habe mich für Schwarzhaariger Wurzelrübling OUDEMANSIELLA MELANOTRICHA (SYN. XERULA MELANOTRICHA) entschieden. 

...

Berichtigungen und Kommentare sind natürlich erwünscht.

LG.
Josef

Hallo Josef,

mit deinem verm. nach 123Pilze (???) bestimmten Art habe ich 2 Probleme:

(1) Die Art wird seit längerer Zeit in der Gattung "Xerula" (Syn. Oudemansiella) geführt.

(2) Aber auch mit dem Artnamen "Xerula melanotricha = Oudemansiella melanotricha" (Schwarzhaariger Wurzelrübling) kann ich mich nicht wirklich anfreunden:

- Standort auf Kalk bei Tanne wäre ok. Aber ich vermisse u.A. die sehr auffällige borstigen 2-3mm lange, fast schwarze Haare am Hutrand und weitere nicht ganz so auffällige Merkmale (vergl. Anhang).
---

Mein Tipp:

"Braunhaariger Wurzelrübling"
--->  "Xerula pudens = X. longipes = X. badia ss. J.E. Lange, ss. M.M. Moser, non X. longipes ss. Bres. ---> X. melanotricha; non X. longipes ss. J.E Lange ---> X. caussei".

http://www.pilzflora-ehingen.de/pilzflor...ngipes.php

Eine weitere Alternative "Xerula caussei" (Grauhaariger Wurzelrübling) mit +-samtigem (nicht borstigem) Stiel schließe ich aus.

http://www.pilzflora-ehingen.de/pilzflor...aussei.php


Grüße Gerd


Angehängte Dateien
.pdf 00439-XerulaMelanotricha-(1989)UPF.pdf Größe: 1,1 MB  Downloads: 34

Ich mache nur Bestimmungsvorschläge ohne Freigabe für Speisezwecke!!!
Zitieren
#6

Hallo Rudi,

danke für deine Antwort.
Meine Bestimmung hat leider nicht gepasst, gut das Gerd da weitergeholfen hat. Braunhaariger Wurzelrübling kommt etwas häufiger vor, da gibt es 164 Datensätze in der Datenbank der ÖMG.

LG.
Josef
Zitieren
#7

Hallo Gerd,

herzlichen Dank für deine Berichtigung und die umfassenden Informationen. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal, die Haare am Hundrand habe ich zu wenig beachtet. Bei der nächsten Gelegenheit werde ich mir das genau ansehen.

Xerula caussei wurde am 13.10 in Rahmen einer geführten Exkursion der ÖMG in Perchdoldsdorf (Nö) gefunden. Leider habe ich keine brauchbaren Fotos gemacht.

Gut getarnt liegt er mitten am Bestimmungtisch:
       
Ist farblich kaum vom verwitterten Holz zu unterscheiden. Mehr habe ich nicht davon, leider.

Am 16.11 hatte ich einen Fund (Pilz Nr. 2) der am ersten Blick sehr ähnlich war, allerdings sind die Lamellen recht dunkel.
               
Der Hintergrund ist für den Kontrast nicht optimal, sorry.
Gefunden auf ca. 300 HM, kalkreich, Buchen, Eichen und Föhren in der Umgebung.
Lässt sich dieser Fund trotz der spärlichen Dokumentation zuordnen?

Bittte/Danke.

LG.
Josef
Zitieren
#8

(28.01.2019, 22:54)Peppi50+ schrieb:  Hallo Gerd,

herzlichen Dank für deine Berichtigung und die umfassenden Informationen. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal, die Haare am Hundrand habe ich zu wenig beachtet. Bei der nächsten Gelegenheit werde ich mir das genau ansehen.

Xerula caussei wurde am 13.10 in Rahmen einer geführten Exkursion der ÖMG in Perchdoldsdorf (Nö) gefunden. Leider habe ich keine brauchbaren Fotos gemacht.

Gut getarnt liegt er mitten am Bestimmungtisch:

Ist farblich kaum vom verwitterten Holz zu unterscheiden. Mehr habe ich nicht davon, leider.

Na ja, die verdickte Stielbasis und die sich vermutlich darunter verjüngende (wurzelnde ?) Fortsetzung lassen vermuten, dass es sich um eine Xerula spec. handelt . Und (wenn das stimmt) würde ich X. caussei zustimmen.


Am 16.11 hatte ich einen Fund (Pilz Nr. 2) der am ersten Blick sehr ähnlich war, allerdings sind die Lamellen recht dunkel.

Der Hintergrund ist für den Kontrast nicht optimal, sorry.
Gefunden auf ca. 300 HM, kalkreich, Buchen, Eichen und Föhren in der Umgebung.
Lässt sich dieser Fund trotz der spärlichen Dokumentation zuordnen?

Bevor ich mich zu deinem Fund äußere eine grundsätzliche  Anmerkung zum Vorgehen bei einer Pilzbestimmung:

(1) Zuerst muss man versuchen sich auf eine möglichst niedrige Rangstufe (Familie)/Gattung (evtl. insbesondere bei Braunsporern auf mehrere) fest zu legen.

(2) Erst dann auf eine Art.

----------------------------------------

Bei deinem Fund 2  habe ich allerdings ein Problem mich auf die Gattung fest zu legen:

---> Denn du hast es perfekt geschafft die Stielbasis zu verbergen.

- Wenn ich die erkennbare Merkmale deiner Bilder auswerte, dann finde ich kein Ko-Merkmal, mit dem ich  "Xerula caussei" ausschließen kann. 

Hallo Josef,

danke für deinen Beitrag. Der ermuntert mich etwas zur Gattung „Xerula“ (Wurzelrübling) in Mitteleuropa/Europa (?) beizutragen:


Ich starte einmal mit der Gattung „Oudemansiella“:


– Da gab es nach [Moser, Kleine Kryptogamenflora (1983)] 3 „Subgen“ (Untergattungen):

---> Xerula, Megacollybia, Oudemansiella. Diese Untergattungen (alles Hellsporer) werden aktuell als Gattungen gehandelt.


1. „Xerula“ (Wurzelrübling)

---> Arten mit verdickter Stielbasis und wurzelndem Stiel

2. „Megacollybia“  (Breitblatt, M. platyphylla)
---> Monotypische  (nur eine Art enthaltende) Gattung


3. „Oudemansiella“ (Buchen-Schleimrübling, O. mucida):
---> Monotypische  (nur eine Art enthaltende) Gattung
[*]-------------------------------




  1. Die mit Abstand häufigste Art der Gattung Xerula ist „X. radicata“ „Grubiger Wurzelrübling, Wurzel-Schleimrübling). Übrigens die einzige Art dieser Gattung mit nicht trockenem Hut. Wenn man sich mit der Gattung "Xerula" beschäftigen möchte sind die Beiträge von Dörfelt (habe ich in meinem Artikel zu X. melanotricha gelistet) unverzichtbar.-----------------------------------So und jetzt noch der Hinweis, dass ich meine Kommentare in blauer Schrift in deinen Beitrag eingestreut habe. Grüße Gerd

Ich mache nur Bestimmungsvorschläge ohne Freigabe für Speisezwecke!!!
Zitieren
#9

Hallo Gerd,

der bei der geführten Wanderung gefundene Pilz wurde vom Leiter der Exkursion als Xerula caussei bestimmt. Die Freude war ihm anzusehen, diesen Fund gibt es nicht jedes Jahr. Die Datensätze im der österreichischen Pilzdatenbank sind noch im einstelligen Bereich (2015, 2007, 2001 und älter).

Für meinen Fund (Pilz Nr. 2) habe ich nochmals alle Fotos durchgesehen, aber keine bessere Aufnahme gefunden, daher nur noch eine Auschnittsvergrößerung der Stielbasis.
   

Besten Dank für deine vorzügliche Hilfe.

LG.
Josef
Zitieren
#10

Hallo liebe Pilzfreunde,

weiter geht es mit Pilz Nr. 3, gefunden am 13. Sept. 2018.

Fundgebiet Wöllersdorf-Steinabrückl, westlich von Wiener Neustadt, Nö., reiner Kiefernwald auf ca. 400 HM.
   

Ist etwas zu knapp am Wanderweg gewachsen, die Kappe war bereits abgerissen und lag daneben.
   

Nur kurz an die Nase gehalten, der Geruch war alles andere als angenehm.

Details:
           

Volva:
   
Das Baby hab ich natürlich nicht angerührt.

Bestimmungstechnisch bin ich schwer bei Echter Eierwulstling (Amanita ovoidea), sollte ich falsch liegen bitte um Berichtigung.
Die Funde aus Östösterreich stammen aus der Gegend und der letzte Sommer hat uns mit wärmeliebenden Arten verwöhnt.

LG.
Josef
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste