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Pilzwachstum auf dem Balkon
#1
Hallo liebe ForenuserInnen,

Ich habe mich heute hier angemeldet, da ich seit gestern vor einem Rätsel stehe und mit Google nicht wirklich fündig werde. Da ich mich 0 mit "wilden" Pilzen auskenne, möchte ich gerne den Rat von sachkundiger en Personen zu einholen. Ich hoffe, das ist in Ordnung.

Also folgendes.
Seit gestern habe ich in den Frühen auf dem Balkon weiße Pilze entdeckt. Wir haben hier zwei Katzen und ich möchte gerne wissen, ob für die beiden, die da oft in den Frühen liegen, Gefahr besteht.

Die Trüge sind gefüllt mit normaler Blumenerde, darüber hatten wir im Frühjahr außerdem eine Schicht Rindenmulch zur Optik drübergeschüttelt. Gepflanzt hatten wir dort nur etwas Gras, Lavendel, Katzenminze (und jungen Bambus, der aber der Sommerhitze nicht standhalten konnte). Außerdem wachsen dort wilde Grünpflanzen. Leider weiß ich auch hier nicht, was es ist.
Wir wohnen im 11. Stock.

Anbei nun einige Bilder des unbekannten Pilzes (ich bin derzeit am Handy, ich hoffe das passt so mit dem Link):
Google Drive Album mit den Pilzen

Der Längere ist ca. 10cm lang (das Taschentuch als Vergleich). Die Pilze hatten wir gestern entfernt, heute Morgen waren schon wieder welche da. Leider weiß ich nicht, ob wir die nur übersehen hatten, ich kann nicht glauben, dass die derart schnell wachsen. Oder doch?

Nach der Entfernung heute hatten wir an einer freieren Stelle das Mulch beiseite geschoben und da war dann der richtige Pilz, das weiße Geflecht. Aber wir haben sie mittlerweile in beiden Trügen drin.

Wenn ich noch mit weiteren Informationen dienen kann, bitte ich um einen Hinweis. Ich werde dann versuchen diese nachzureichen. Aber vielleicht reichen euch die bisherigen Bilder und Informationen schon.

Vielen Dank im Voraus! Big Grin
Antworten
#2
Hallo,

ich kenne diese Pilze leider nicht, hab gerade auch nur ganz wenig Zeit, stelle aber gerne die Bilder hier direkt zur Verfügung:

               

... herzlich willkomen im Forum :-)

Liebe Grüße Jürgen
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#3
Auch von mir ein herzliches Willkommen bei uns im Forum!

Auch ich weiß nicht, worum es sich hier handelt, es wird sich aber sicher noch einer unserer Experten dazu äußern. Ich kann nur sagen, dass auch Blumenerde und vor allem Rindenmulch gerne Pilzmyzel enthält, welches sich im Blumentopf dann ausbreiten kann (hatte ich auch schon bei meinem Kaktus - da dachte ich erst, oh Gott, wachsen da Eierschwammerl in meinem Blumentopf? - sahen nämlich auf den ersten Blick so aus). Wenn du die Pilze auf Dauer los werden willst, dann bleibt es dir wohl nicht erspart, die Blumenerde und den Rindenmulch zu entfernen/auszutauschen. Auf Fungizide würde ich verzichten, wenn da Haustiere oder Kinder dran können. 

Liebe Grüße
Vera
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#4
Hallo
Na, Spitzkegelig ist er ja, aber kein Kahlkopf, denke eher an Samthäubchen oder noch etwas anderes. Es gibt so viele ähnliche Arten .........
Grüße von der Insel Rügen
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#5
sieht vom Habitus her irgendwie wie ein Kahlkopf aus. Kenn mich damit aber auch nicht wirklich aus.

Edit: Uwe, deinen Beitrag hatte ich noch gar nicht gesehen.
lg Gaby
Antworten
#6
(02.08.2018, 19:55)SlyWolf schrieb: Hallo liebe ForenuserInnen,

Also folgendes.
Seit gestern habe ich in den Frühen auf dem Balkon weiße Pilze entdeckt. Wir haben hier zwei Katzen und ich möchte gerne wissen, ob für die beiden, die da oft in den Frühen liegen, Gefahr besteht.

Die Trüge sind gefüllt mit normaler Blumenerde, darüber hatten wir im Frühjahr außerdem eine Schicht Rindenmulch zur Optik drübergeschüttelt. Gepflanzt hatten wir dort nur etwas Gras, Lavendel, Katzenminze (und jungen Bambus, der aber der Sommerhitze nicht standhalten konnte). Außerdem wachsen dort wilde Grünpflanzen. Leider weiß ich auch hier nicht, was es ist.
Wir wohnen im 11. Stock.

Anbei nun einige Bilder des unbekannten Pilzes (ich bin derzeit am Handy, ich hoffe das passt so mit dem Link):
Google Drive Album mit den Pilzen

Der Längere ist ca. 10cm lang (das Taschentuch als Vergleich). Die Pilze hatten wir gestern entfernt, heute Morgen waren schon wieder welche da. Leider weiß ich nicht, ob wir die nur übersehen hatten, ich kann nicht glauben, dass die derart schnell wachsen. Oder doch?

Nach der Entfernung heute hatten wir an einer freieren Stelle das Mulch beiseite geschoben und da war dann der richtige Pilz, das weiße Geflecht. Aber wir haben sie mittlerweile in beiden Trügen drin.

Wenn ich noch mit weiteren Informationen dienen kann, bitte ich um einen Hinweis. Ich werde dann versuchen diese nachzureichen. Aber vielleicht reichen euch die bisherigen Bilder und Informationen schon.

Vielen Dank im Voraus! Big Grin


ich halte das, wie UWE für ein Samthäubchen (Conocybe sp).

Eine schwierige Gattung, bei der meist mikroskopiert werden muss.

Ich vermute dennoch, sofern die Lamellen jung "leuchtend ockergelb" sind,

---> Conocybe albipes (G.H. Otth) Hausknecht 1998 = Conocybe lactea (Lange) Métrod 1940 (Milchweißes Samthäubchen)

[1] schreibt zu diese Art verkürzt: "Diese Art ist kaum zu verwechseln, denn die Merkmalskombination des milchweißen Hutes mit den leuchtend ockergelben Lamellen und dem rostfarbigen Sporenstaub sind charakteristisch. Es gibt neben der var. crispa keine weitere weißliche Conocybe-Art."
-------------------------------------------

Noch etwas:

(1) Conocybe-Arten sind alle klein, zerbrechlich und werden als "kein Speisepilz/ungenießbar" eingestuft. Sie bauen Totmaterial ab und schädigen Pflanzen nicht.

(2) Sie erscheinen schnell und verschwinden meist in weniger als einem Tag.

(3) Ob sie für Katzen giftig sind, ist unbekannt. Aber ich vermute: Die Gefahr, dass die Katzen in die Tiefe fallen dürfte größer als eine Vergiftung sein, da
die Fruchtkörper eh schnell entfernt werden




Grüße Gerd


Literatur

[1] Pilze der Schweiz Band IV Nr. 381

[2] http://www.mushroomexpert.com/conocybe_albipes.html

[3] https://www.123pilze.de/DreamHC/Download...ubchen.htm
Ich mache nur Bestimmungsvorschläge ohne Freigabe für Speisezwecke!!!
Antworten
#7
Hallo zusammen,
ich glaube ich recht an albipes. Dafür sind die Hüte viel zu schlank. Ich vermute Conocybe deliquescens. Da würde die Form der Hüte besser passen, die sind zunächst weiß und bräunen dann, zum Schluss zerfließen sie. In Österreich gibt es, glaube ich 1 oder 2 Funde.
Beste Grüße,
Andreas
Antworten
#8
(04.08.2018, 17:10)Gerd schrieb: [quote pid='22962' dateline='1533232511']

ich halte das, wie UWE für ein Samthäubchen (Conocybe sp).

Eine schwierige Gattung, bei der meist mikroskopiert werden muss.

Ich vermute dennoch, sofern die Lamellen jung "leuchtend ockergelb" sind,

---> Conocybe albipes (G.H. Otth) Hausknecht 1998 = Conocybe lactea (Lange) Métrod 1940 (Milchweißes Samthäubchen)


Grüße Gerd

[/quote]

(06.08.2018, 19:35)pilzmel schrieb: Hallo zusammen,
ich glaube nicht recht an albipes. Dafür sind die Hüte viel zu schlank. Ich vermute Conocybe deliquescens. Da würde die Form der Hüte besser passen, die sind zunächst weiß und bräunen dann, zum Schluss zerfließen sie. In Österreich gibt es, glaube ich 1 oder 2 Funde.
Beste Grüße,
Andreas


Hallo Andreas,

herzlichen Dank, dass du - als hervorragender Kenner dieser Gattung bekannt - einen anderen Vorschlag gemacht hast.

----------------------------------------------------------------

Es tröstet mich, dass ich

(1) die Gattung korrekt erkannt habe

(2) den Zusatz "sofern die Lamellen jung "leuchtend ockergelb" sind" angehängt habe.


Grüße Gerd
Ich mache nur Bestimmungsvorschläge ohne Freigabe für Speisezwecke!!!
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