Beiträge von Gerd

    Noch eine Frage in die Runde:

    Weiß jemand von Euch, ob die Zucht auch in einem feuchten Erdkeller ohne Licht funktionieren würde?


    Bei Champignons soll das klappen, ich sehe eigentlich keinen Grund, warum das nicht bei allen geht...

    Richtig: Es gibt wenige Pilzarten, die in völliger Dunkelheit normale, fertile Fruchtkörper bilden können; z.B. Zucht-Champignon, Muschelkremping.


    Andere , vorwiegend holzzerstörende Ständerpilze mit offen liegender Fruchtschicht bilden bei Lichtmangel hutlose, sterile, stiel-, horn- oder geweihförmige "Dunkelformen" aus; z.B. Austern-Seitlinge, Samtfußrüblinge, etc. Allerdings wird in erster Linie nur der kurzwellige Anteil ( blaues Licht (400 - 10 - 550 nm) des sichtbaren Lichts perzipiert. Belichtungsdauer und Intensität sind Art-abhängig.


    Literatur:


    [1] Michael - Hennig - Kreisel (1983): Bildungsabweichungen an Fruchtkörpern (Teratologie); Handbuch für Pilzfreunde, Band V, S. 26-62; S. 108-124 (Tafel 1-16)



    Hallo,

    musste die Bilder wieder 2 mal hochladen, danach ist natürlich alles durcheinander. :(

    LG Rudi

    Hallo Rudi,


    macht nix, die von dir bestimmten/gezeigten Arten sind ok. und so unterschiedlich, dass man so nicht verwechseln kann.


    Grüße Gerd

    Des weiteren habe ich diesen gefunden:

    Handelt es sich hierbei um einen schlanken riesenschirmling?

    Hallo,


    du zeigst eine Missbildung, die du im Gruselforum ( https://www.pilzfotopage.de/Pilzforum/viewforum.php?f=34 )einstellen solltest.


    - Dann wäre es die 2. Macrolepiota mit doppeltem Stiel.


    ---> Beim ersten Beispiel (Macrolepiota fuliginosa) habe ich sehr ausführlch die erstaunliche Ursache dieser Missbildung erklärt.

    Ich hätte auf eine Tramete getippt, evtl. Ockerfarbene Tramete?


    Lg Dominik

    Hallo Dominik,


    nee, ist ein "Schichtpilz" (Stereum spec.)


    "S. hirsutum" oder " S. subtomentosum" würde ich da in die engere Auswahl nehmen.

    - Bei der Bestimmung wäre wichtig, die (a) Farbreaktion der Unterseite , (b) die Anwachsstelle am Substrat, (c) Details der Hutoberseite beurteilen zu können.


    Grüße Gerd

    Hallo Jürgen,


    "Schönheit" ist relativ und zeigt sich bei dieser Art erst, wenn man den Fruchtkörper ärgert.


    - Ich zeige einmal als Kontrast ein Bild, dass diese Art nach meiner Bobachtung oft unscheinbar/unauffällig (beachte die Frk. ohne Sicht auf die Lamellen) erscheint und deshalb vermutlich oft einfach ignoriert wird.



    Hallo,


    hab heut paar täublinge, krauseglucke, semmelstoppelpilz und eierschwammerl gfunden :)
    nur den kollegen kenn ich nicht.. kann mir jemand helfen? lg


    Hallo,


    hast du zufällig einen Fruchtkörper längst von oben nach unten durchgeschnitten?
    - Auch eine vernünftige Aufnahme auf die Lamellen, deren Anzahl ich nach deinen Bildern leider nicht abschätzen kann würde mir weiter helfen!


    Denn ohne beide Angaben, obwohl ich in Richtung Russula oder eher Lactarius spekuliere, muss ich passen und abwarten, ob noch brauchbare Vorschläge kommen.


    Grüße Gerd


    Hallo Armin,



    zu deinem Fund kann ich auch etwas bietet:


    (1) Los ging es mit einen Grün gefärbten Stück Holz auf unserer Pilzausstellung 10/2004



    (2) Im Frühjahr 2005 legte ich dieses Holzstück auf eine durchgefeuchtete Unterlage. Und ich wurde belohnt:





    Grüße Gerd


    Hallo Dominik,


    ob es eine Druckversion gibt weiß ich nicht.


    Aber, du kannst das Dokument ja ausdrucken.


    Grüße Gerd


    Hallo Emmerich,


    gehe ich Recht in der Annahme, dass du dich noch nie intensiver mit den Merkmalen der Gattung "Geastrum" (Erdsterne) beschäftigt hast.


    Denn, keinem deiner Bemerkungen zu "Erdsternen" kann ich zustimmen und sie werden auch durch die gezeigten Bilder widerlegt.


    Übrigens, die Exoperidie von G. triplex wird nach Literatur (H. Dörfelt) in 4 - 8 (oft 5) Lappen gespalten.



    Grüße Gerd

    Liaba Eberhard,


    mittlerweile hat Gerd mE genügend Argumente für eine Bestimmung auf Geastrum triplex eingestellt, die Kuh ist vom Eis. Die von ihm eingestellte Aufnahme hat er anlässlich einer Pilzausstellung mit dem Titel 'Erdstern' gesehen, bei einer Fehlbestimmung hätte es bereits dort die ersten Zweifler auf den Plan gerufen. Wird es eventuell auch, aber wer dieses Foto aufgenommen und den Fund mit 'Erdstern' betitelt hat, hatte den Pilz von allen Seiten vor sich. Und möglicherweise noch weitere Aufnahmen, vlt. kann Gerd da noch einmal anfragen.


    LG
    Peter


    Hallo Peter,


    ja, "die Kuh (Geastrum triplex) ist vom Eis"


    Die Fotografin konnte sich leider an keine Details erinnern, da sie das Foto so im Vorbeigehen geknipst hat.


    Im habe das Foto mehreren Pilzfreunden gezeigt. Achselzucken, und Erdstern hatte keiner auf dem Radar.


    Grüße Gerd


    Lieber Gerd, liebe alle,
    Ich habe im Internet gesucht, aber kein so schön symmetrisches junges Exemplar gefunden. Die Exemplare, die ich gefunden habe, schauten eher - wie von dir beschreiben - wie Zwiebel mit Zuspitzungen aus.


    Hier ein paar der Fotos von anderen, noch nicht komplett aufgeplatzten Exemplaren, vielleicht ist es ja interessant für einige von euch:



    https://www.first-nature.com/f…eae/geastrum-triplex8.jpg


    Hallo mykologisch,


    danke fürs Zeigen der Aufnahmen, auf denen man die Entwicklung von G. triplex gut nachvollziehen kann.


    Eine Anmerkung zum gezeigten Bild:


    - Die "Halskrause" entwickelt sich bei den aufgewickelten Lappen nicht sofort. Dies bietet Anlass für eine Verwechslung mit Geastrum rufescens(Rötender Erdstern). Aber nur wenn man z.B. a) die typische "Höfung" des Peristoms, b) die verlängerte Lappen, c) die basale Myzelialschicht/Substrat-Belag von G. triplex missachtet.


    Grüße Gerd


    Hallo Peter,


    nur die "Gilbenden" sind hoch Cadmium belastet; die "Rötenden" aber nicht !!!


    Der erste Bericht (G.J. Krieglsteiner mündlich) über Cadmium Belastung wurde von der Uni Saarbrücken am Beispiel "Wiesen-Egerling" veröffentlicht.


    Das wurde nachgeprüft, konnte aber nicht bestätigt werden.
    ---> Warum: Die hatten "gelbes Plastikbesteck" (wird durch Cadmium-Salze gefärbt) benutzt und deshalb nur nachgewiesen, dass das Besteck Cadmium-haltig ist.


    Grüße Gerd


    PS.: Und schnell noch einen Griff in mein Fundus:


    Hallo, bin ebenfalls etwas skeptisch, was den Erdstern betrifft, schon allein auf Grund des Schärfeunterschieds zwischen Fruchtkörper und Waldboden auf dem Foto. Das lässt vermuten, dass dieser sich mindestens einige Zentimeter über dem Boden befindet, und somit einen Stil besitzt.


    lg
    Jan


    Hallo Jan,


    richtig, die Oberkante eines geschlossenen Frk. von "Geastrum triplex" liegt nach Literatur ohne zwiebelförmiger Zuspitzung 2 - 5 cm (die bei unserem UMO noch fehlt!) über dem Erdboden.


    - Insofern ist deine Schlussfolgerung bezüglich "Stiel" schlicht falsch :exclamation:


    Grüße Gerd


    @Peter: der Link zu den Ottmann-Bildern sollte jetzt ok sein.

    Eberhard schreibt:
    Hallo allseits, ich zweifle den Erdstern trotz allem an, weil man aus meiner Sicht einen aufgerissenen Hut und darunter Lamellen sieht :) auch die Oberfläche wäre da aus meiner Sicht nicht so regelmäßig fein strukturiert, sondern rauher, unregelmäßiger, und wohl auch etwas mit Erdresten bedeckt.
    Liebe Grüße, allen, Eberhard


    Hallo Eberhard,


    für mich bleibt es bei einem Erdstern, der folgende Merkmale hat:
    a) wächst epigäisch (oberirdisch). Das ist der Grund, warum der obere Teil der Exoperidie (Außenhülle) weder mit Substrat noch mit einer Myzelialschicht belegt ist.
    b) gehört zu den großen (vergleiche mit Buchenblatt) Erdsternen
    c) bildet mehr als 5 Lappen (zähle die zwischen den Einriss-Stellen sichtbaren Lappen) .


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    Es gibt in Europa nur wenige oberirdisch wachsende Arten:


    ---> Geastrum triplex (Halskrausen-Erdstern); Geastrum lageniforme (Flaschenförmiger Erdstern); Geastrum saccatum (Eingesenkter-Erdstern), eine Art, die von einigen Autoren nicht von G. lageniforme unterschieden wird; Geastrum corollinum (Zitzen-Erdstern).


    - Wenn ich Merkmale (inkl. Größe) und Habitat bewerte bleibt m.E. nur G. triplex übrig.


    - Ein kleines Problem ist noch zu klären: Die noch geschlossenen Frk. der genannten Arten sind "zwiebelförmig" nach oben unterschiedlich lang zugespitzt, da die Spitzen der Exoperidie nicht am höchsten Punkt der Endoperidie (Innenhülle) enden sondern diesen Punkt überragen. Bei G. triplex ist die Zuspitzung rel. kurz.


    Beim Betrachten der UMO-Abb.



    sind die Spitzen der Exoperidie scheinbar zu kurz. Das liegt daran, dass die Zuspitzung wohl erst kurz vor dem Aufbrechen der Exoperidie erfolgt (vergleiche noch vollständig geschlossene Frk. und Frk. mit gerade aufbrechender Exoperidie)


    Bei unserem UMO ist die Solllbruchstelle der Exoperidie wohl witterungsbedingt etwas zu früh eingerissen. Und deshalb sind die Lappen scheinbar zu kurz


    Grüße Gerd


    PS.: Übrigens kann ich keineswegs Lamellen erkennen sondern nur eine rel. dicke Exoperidie (die sich etwas zäh) von der Endoperidie/noch unreifen Gleba löst.

    https://www.pilzfotopage.de/Pi…wtopic.php?p=29581#p29581


    Hallo Peter,


    ja, die Entwicklung eines Frk. zu verfolgen kann sehr spannend sein.


    - Da kann ich noch ein anderes fantastisches Beispiel aus dem "Gruselforum" zeigen:
    ---> https://www.pilzfotopage.de/Pi…wtopic.php?p=29581#p29581


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    Zurück zu dem "Erdstern". Da habe ich übrigens ein von meinem Pilzfreund "Georg Ottmann" (+) erworbenes Dia mit einem noch geschlossenen Frk. von "Geastrum triplex" gezeigt:
    ---> https://www.pilzfotopage.de/Pi…wtopic.php?p=13904#p13904



    Grüße Gerd