Beiträge von Sepp

    Hallo Carole,


    ich bin nicht unbedingt der Meinung, dass bei der Bestimmung von Haarschleierlingen der Geschmack grundsätzlich eine besondere Rolle spielt, außer man möchte sich z.B. vielleicht einmal bei einem Bitteren Schleimkopf oder beim Bittersten Schleimfuß von dessen bitteren Geschmack überzeugen.

    Von manchen bitteren Arten abgesehen sind viele Arten, egal ob ungiftig oder giftig, angeblich mild schmeckend und daher ist der Geschmack für mich nicht unbedingt ein besonders relevantes Bestimmungsmerkmal bei dieser Gattung.

    Viel wichtiger erscheint mir makroskopisch gesehen die Lamellenfarbe bei jungen Exemplaren, sowie die Fleischfarbe, der Geruch und die Begleitbäume bzw. das Habitat.


    Da die Gattung der Haarschleierlinge nicht zuletzt auch wegen der großen Artenanzahl zu den schwierigisten im Pilzreich gehört, ist für die wenigen Top-Spezialisten, die sich intensiv mit dieser Gattung beschäftigen, neben den Makromerkmalen auch die Mikroskopie (von wenigen Ausnahmen abgesehen) unerläßlich und in neuerer Zeit verlagert sich die Bestimmungsarbeit zudem auch mehr und mehr in Richtung Gen-Sequenzierung.


    Als Hobbymykologe halte ich es für mich so, dass ich mich bei Haarschleierlingen, die ich makroskopisch nicht einwandfrei bestimmen kann, damit zufrieden gebe, dass ich den Pilz als einen Haarschleierling und allenfalls auch die Untergattung (z.B. Schleimkopf, Schleimfuß, Gürtelfuß, Klumpfuß, Raukopf, Hautkopf, Wasserkopf usw.) erkannt habe. Auf Geschmacksproben habe ich bei Haarschleierlingen (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen) bislang verzichtet.


    LG Sepp

    Hallo Sepp,


    Vielleicht sind die Nr.3 wirklich keine Nebelkappe. Sie sehen anders aus als die alte Nebelkappe bei uns...


    Aber wie du schreibst, wahrscheinlich nicht mehr frisch genug, um sie zu bestimmen...

    Hallo Carole,


    in natura betrachtet hätte ich die Nr. 3 wahrscheinlich schon noch unterscheiden können, ob es Nebelkappen oder andere Trichterlinge sind, aber anhand von Fotos ist es eben (je nach Fotoqualität) leider oftmals noch schwieriger. Die Pilze auf den letzten beiden Fotos sehen für mich jedenfalls schon viel eher nach (alten) Nebelkappen aus.


    LG Sepp

    Hallo Carole,


    eine bunte Winterfundpalette zeigst du uns da. Ein paar Anmerkungen meinerseits:


    Startbeitrag:

    Bei der Nr. 4 dürfte es sich bei den Helmlingen um den Winterhelmling (Mycena tintinnabulum) handeln.

    Nr. 7. ? sieht für mich nach alten Porlingen aus, vielleicht der Schuppige Porling.


    2. Bildbeitrag:

    Nr. 2 Austernseitling passt, das Fragezeichen kannst du löschen.

    Nr. 3 Sehr alte Nebelkappen können den grauen Hubfarbton verlieren, sie sehen dann mitunter hell beige-bräunlich aus. Eventuell könnte es sich auch um alte Mönchskopf-Trichterlinge handeln.

    Nr.11 ist keine Morchel, sondern eine Lorchel (Gattung Helvella), siehe den stark furchigen Stiel des Fruchtkörpers (dieses Merkmal allein schließt eine Morchel schon aus), auch die Hutform passt nicht für eine Morchel.


    Allgemeine Bemerkung:

    Pilze, die einerseits im Spätherbst und Winter bei kalten Temperaturen oft sehr lange erhalten bleiben, andererseits aber durch viel Feuchtigkeit und Frost beeinträchtigt wurden, haben oft ein stark verändertes Aussehen und sind daher insbesondere auf Fotos oft umso schwerer zu erkennen.


    LG Sepp

    Hallo Tina,


    erstmal herzlich willkommen im Forum !


    Dein Fund sieht auf den Bildern aufgrund unterschiedlicher Belichtung auch sehr unterschiedlich aus. Dennoch sehe ich da aber auch Austernseitlinge. Für Speisezwecke sind diese aber nicht mehr geeignet, da die Fruchtkörper großteils schon überaltert sind, was nicht zuletzt auch an deren Größe und dem teilweise schon etwas schlabberig wirkenden Aussehen zu erkennen ist. Außerdem kann die graublaue Hutfarbe bei älteren Exemplaren in einen beige-bräunlichen Farbton übergehen.


    Ältere Exemplare sind zudem auch zähfleischig und daher sollten für Speisezwecke nur jüngere, kleinere Exemplare gesammelt und verwendet werden. Es ist jedoch oft ein zufälliger Glückstreffer, Austern im Idealzustand anzutreffen.


    Ich empfehle Dir aber, diesen Baum künftig regelmäßig im Auge zu behalten, da Austernseitlinge im Herbst/Winter bzw. während des Jahres in der Regel mehrere Fruktifikationsschübe mit jeweils neuen, frischen Fruchtkörpern haben.


    LG Sepp

    Hallo Harald,


    bei Nr. 1) würde ich auch an Raslinge denken, wie Uwe schon schrieb, können die auch heller daher kommen und sind wohl auch schon vom Frost beeinträchtigt, wodurch sich das Aussehen von Pilzen auch mehr oder weniger verändern kann,


    bei Nr. 2) halte ich mich zurück, die sehen mir schon zu sehr mitgenommen aus,


    und Nr. 3) hat Uwe ja schon als Helmlinge enttarnt, ich würde bei denen aber eher zum Winterhelmling (Mycena tintinnabulum) tendieren. Dieser erscheint bevorzugt im Spätherbst und Winter (November - Februar/März).


    LG Sepp

    Hallo Karin,


    herzlich willkommen im Forum !


    Schön, dass Du hierher gefunden hast und Dich nun auch aus dem Schatten der stillen Mitleserin hervor traust und in die aktive Forenfamilie eintrittst.

    Ich wünsche Dir hier viel Spass und viel Wissens- bzw. Informationszuwachs.


    LG Sepp

    Hallo Carole,


    bezüglich deines letzten Bildberichtes hätte ich zwei Anmerkungen: Wie bitte kommst du bei der Nr. 8 auf den Kaffeebraunen Gabeltrichterling ? Für diesen passt da makroskopisch meines Erachtens eigentlich fast nichts, sondern ich halte diesen Fund viel eher für einen Horngrauen Rübling (Rhodocollybia asema).


    Bei der letzten Nr. 11 handelt es sich meiner Ansicht nach um Helmlinge (Mycena spec.).


    LG Sepp

    Hallo Manu,


    man kann auf den Bildern zwar nicht allzu viel erkennen, aber anhand dessen, was erkennbar ist, würde ich die kleinen Pilzchen schon auch den Helmlingen zuordnen. Was die genaue Art betrifft, muss ich aber passen.


    VG Sepp

    Hallo Maho,


    das auf dem Foto deines letzten Beitrages sind keine Seitlinge, sondern Nebelkappen. Die sind nicht als Speisepilze geeignet, auch wenn sie in manchen Büchern (noch immer) als essbar angeführt sind. Die Pilze können nach dem Verzehr Unverträglichkeitsreaktionen, insbesondere Magen-Darmstörungen hervorrufen. Nach neueren Erkenntnissen sollen diese Pilze auch mutagene Stoffe beinhalten, die zu Genveränderungen führen können.

    Außerdem wird der Geschmack von einigen Leuten, die ihn schon probiert haben, als widerwärtig empfunden. Manche Personen essen die Nebelkappen aber noch immer, das sind vermutlich Leute, die sowieso alles in sich hineinstopfen bzw. vor nichts zurückschrecken.


    VG Sepp

    Diese leicht violetten bzw. stahlblauen Seitlinge gibt's ja zuhauf derzeit. Alle ganz frisch und oft viele auf einem Platz. Sind die genießbar? Und wenn ja, wie? Hat jemand Erfahrung damit?

    Hallo Maho,


    du müsstest zunächst einmal klar definieren, was du mit "violetten bzw. stahlblauen Seitlingen" meinst, gibts ein Foto davon ?

    Auf den Bildern von Fritz, der in seinem Beitrag auch frische Seitlinge erwähnt, kann ich keine solchen erkennen.


    VG Sepp

    Hallo Sonja,


    auf das grauweiße, wie eingerollte Rinde aussehende Ding halblinks oberhalb des Pilzbüschels kann ich mir leider keinen Reim machen. Vielleicht meldet sich noch jemand anderer und kann das Mysterium vielleicht aufklären.


    Meinetwegen musst du diese Bestimmungsanfrage nicht noch einmal zusätzlich im Unterforum "Pilzbestimmung und Bestimmungshilfe" posten, aber künftige Bestimmungsanfragen sollten dann besser dort rein.


    LG Sepp

    Hallo Sonja,


    zunächst einmal willkommen im Forum !


    Bezüglich deiner Anfrage: Sofern ich es auf deinen Bildern richtig erkannt habe, dürfte es sich um sehr alte, vergammelte, büschelig verwachsene Pilze handeln. In diesem Zustand wird wahrscheinlich kaum noch jemand die Pilzart benennen können. Auf 2 Bildern sind im Hintergrund unscharf auch noch andere, büschelig wachsende Pilze zu sehen, diese müssen aber mit den bereits total "verwelkten" im Vordergrund nichts zu tun haben, es können verschiedene Arten sein.


    Bitte künftige Bestimmungsanfragen nicht unter dem Thema "Hilfe zu erwünschten u. notwendigen Angaben für eine erfolgreiche Pilzbestimmung" posten, sondern direkt unter dem Thema "Pilzbestimmung und Bestimmungshilfe". Ersteres ist nur als Hilfe bzw. für Hinweise gedacht, welche Merkmale und Informationen bei einer Bestimmungsanfrage erforderlich sind bzw. angeführt werden sollten, um eine Bestimmung zu erleichtern bzw. überhaupt zu ermöglichen.


    LG Sepp

    Hallo Roland,


    man sieht anhand des Fundes deines Bruders wie auch an zahlreichen anderen Fundmeldungen in verschiedenen Pilzforen, dass in letzter Zeit insbesondere auch die Zitzen-Riesenschirmlinge vielerorts zahreich sprießen. In meiner Heimatregion konnte ich vor ein paar Tagen ähnliche Fundbeobachungen machen.


    LG Sepp

    Hallo Nicolina,


    das ist schon der Zitzen-Riesenschirmling und der ist mit dem echten "Parasol" nah verwandt. Der riecht auch ähnlich nussig wie der Parasol und rötlich verfärben muss sich der nicht.


    VG Sepp

    Hallo Kosta,


    soweit auf den Fotos erkennbar, handelt es sich durchwegs um Riesenschirmlinge, wahrscheinlich Zitzenschirmlinge. Grundsätzlich sind alle in unseren Breiten vorkommenden Riesenschirmlinge (Gattung Macrolepiota) essbar.


    Dies ist aber nicht als Verzehrsfreigabe zu verstehen, denn eine solche gibt es hier im Forum aus Sicherheitsgründen nicht. Vor dem Verzehr musst du dir entweder selbst ganz sicher sein, dass es sich um (genusstaugliche) Speisepilze handelt, oder du musst mit deinem Fund einen Pilzsachverständigen bzw. eine PIlzberatungsstelle aufsuchen.


    VG Sepp

    Hallo Harald,

    Ob man da von unten noch irgendetwas erkennen hätte können?

    vielleicht ja oder vielleicht auch nicht, man hätte dann aber wenigstens endgültig Gewissheit ,ob da bestimmungsmäßig noch was zu machen ist oder nicht.


    Schopftintlinge nehme ich zur Zeit nicht. Am Tag des Bestimmungsnachmittags in Andritz hatte ich welche gesammelt, rein mit Zwiebeln und Salz gedünstet und wieder mal festgestellt: Die sind nicht so wirklich mein Fall...

    ich kenne noch eine andere Zubereitungsmethode: mit einer leicht ziehenden und drehen Bewegung den Stiel vom Hut abziehen, dann in den Hohlraum des Hutes etwas dünblättrigen Kochschinken und Käse hinein geben, dann wie ein Schnitzel panieren und in heißem Fett goldbraun herausbacken. Sind dann quasi so etwas wie Schopftintlings-Cordon bleu und schmecken recht gut...


    LG Sepp

    Hallo zusammen,


    ein bißchen was geht immer, außer Pilzleichen gibt es im Grazer Raum auch noch speisefähiges Frischmaterial. Heute noch einige jüngere, frische Herbstrotfußröhrlinge und Trompetenpfifferlinge gefunden.



    Oben in der Mitte sind noch 3 Violette Lackpilze, daneben 1 Graublättriger Schwefelkopf und 2 Schopftintlinge. Unten links auch noch 2 Goldröhrlinge im besten Alter. Von den graublättrigen Schwefelköpfen hatte ich auch noch mehrere dabei, die sind aber beim Ausräumen des Körbchens irgendwo untergegangen.


    Eigentlich war ich heute überhaupt nicht auf das Sammeln von Speisepilzen eingestellt, bei diesem unerwarteten Angebot konnte ich dann aber nicht widerstehen und das Mittagessen ist letztlich anders ausgefallen als ursprünglich gedacht...


    LG Sepp

    Hat vielleicht jemand eine Idee, welcher Pilz das (gewesen) sein könnte?


    Schönen Sonntag allseits, Harald

    Hallo Harald,


    wenn der Dich interessiert, warum hast Du ihn nicht dem Substrat entnommen und auch die Unterseite fotografiert ? Ich darf den Spruch eines anderen Pilzfreundes zitieren: "Ein Pilz nur von oben ist wie ein Käfer nur von unten".


    LG Sepp

    Hallo myself,


    Pilze zu essen, die man nicht kennt oder bei denen man sich nicht absolut sicher ist, ist wie russisches Roulette (siehe Einrad), es kann vielleicht gut gehen, aber auch fatal enden.


    Sofern du nur jene(n) Pilz(e) gegessen hast, die auf deinen Fotos zu sehen sind, dürftest du in diesem Fall Glück haben und beschwerdefrei bleiben, denn das sind meiner Ansicht nach schon alles Riesenschirmlinge (Gattung Macrolepiota), und alle bei uns vorkommenden Arten dieser Gattung gelten als essbar.


    Auf dem 1. Foto links oben und auf dem letzten Foto unten meine ich einen Sternschuppigen Riesenschirmling (Macrolepiota konradii) zu erkennen, es könnte aber, wie von Rudi erwähnt, auch ein Zitzenschirmling (Macrolepiota mastoidea) dabei sein.

    Beim Pilz mit der schlechtesten Fotoqualität in der zweiten Reihe kann ich auf dem rechten Foto bei maximaler Vergrößerung aber auch die Hutoberflächenstruktur eines Riesenschirmlings (entweder Zitzen- oder Sternschuppiger) und eine feine Stielnatterung erkennen.

    Somit kann ich also, zumindest was die Fotos anbelangt, Entwarnung geben.


    Du hast da also Glück gehabt, jedoch möchte ich dir und allen Speisepilzsammlern in Anlehnung an PilzSammlers Hinweis die oberste Pilzsammlerregel ans Herz legen, wie ich sie auch in meiner Pilzberaterausbildung gelernt habe:

    Es dürfen nur jene Pilze in die Pfanne und auf den Teller kommen, die man zu 100 % als Speisepilze erkannt hat, 99 % sind zu wenig, denn da kann schon etwas schief gehen.


    Wenn man sich also nicht 100%ig sicher ist, dann entweder mit seinen Pilzfunden einen Pilzsachverständigen aufsuchen, oder wenn man keinen in der Nähe zur Verfügung hat, dann sollte man auf den Verzehr verzichten.


    VG Sepp