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letzter Beitrag von Bjoern ()

Bitte um Hilfe bei Pilzbestimmung

  • Liebe Pilzgemeine,

    gleich zuerst an alle ein Hallo! 😊

    Ich hĂ€tte eine Frage bezĂŒglich der Art eines Pilzes, der bei uns im Garten wĂ€chst, wobei das Wichtigste ist, kann man ihn essen 😉.

    Ich hoffe, dass man das meiste auf den Fotos sieht.


    Standort: Großteiles neben, teilweise auch im „Kohlbeet“ (Weißkraut). Das Beet wurde im FrĂŒhling mit einer Mischung aus „Bauhauserde“ vorhandener „Vororterde“ und Kompost aufgefĂŒllt.

    Stiel: der lÀnge nach gefurcht.

    Hut: einige haben in der Mitte „Warzen“

    Geruch: angenehm nach Pilz

    Geschmack bei SchnittflÀche: mild, es sticht nichts unangenehm heraus


    Also ich tendiere in Richtung TĂ€ubling, genauer gesagt in Richtung Russula subterfurcata, bin mir aber absolut nicht sicher, darum frage ich auch.

    Ich wĂŒrde mich um eine RĂŒckmeldung freuen.


    GrĂŒĂŸe

    Björn

  • Hallo Björn !


    ZunÀchst einmal herzlich willkommen im Forum.


    Was deine Bestimmungsanfrage bezĂŒglich der in deinem GemĂŒsebeet entdeckten Pilze betrifft, so haben diese nichts mit TĂ€ublingen zu tun, denn die sehen bei genauerer Betrachtung doch etwas anders aus und brauchen einen Symbiosepartner in Form eines der ĂŒblichen WaldbĂ€ume oder Strauches (z.B. Haselnuss).


    Bei deinem Pilz handelt es sich dem Gesamteindruck nach mit grĂ¶ĂŸter Wahrscheinlichkeit um einen der Weichritterlinge und zwar um den Raustiel-Weichritterling (Melanoleuca verrucipes). Eines der markantesten Makro-Merkmale sind bei dem sonst durchgehend weißlichen Pilz die dunklen SchĂŒppchen auf dem hellen Stiel und auch der von dir angegebene Buckel in der Hutmitte passt dazu. Der Stiel ist auf deinen Fotos zwar nur etwa zur HĂ€lfte zu sehen, weil du ihn abgerissen hast, trotzdem ist dieses besondere Merkmal gut zu erkennen. Bitte bei kĂŒnftigen Anfragen Pilze nach Möglichkeit immer mit komplettem Stiel zeigen, denn auch am unteren Stielende, also an der Stielbasis können sich wichtige, bestimmungsrelevante Merkmale befinden.


    Der Raustielweichritterling ist ungiftig und harmlos, als Speisepilz kommt er jedoch nicht in Frage, denn geschmacklich geben die Weichritterlinge kaum was her und haben auch keine feste, sondern eine ziemlich weiche Konsistenz. Außderm gibt es bei Fernanfragen mittels Bildern ĂŒber diverse Medien keine konkreten Verzehrsfreigaben. So was gibt es nur, wenn ein Fachmann die Pilze live sehen und beurteilen kann.


    Um dein GemĂŒse brauchst du dir keine Sorgen zu machen, das kannst du beruhigt verzehren und was du oberflĂ€chlich siehst, sind nur die Pilzfruchtkörper. Der Pilz ist ein so genannter Folgezersetzer (Saprophyt). Das eigentliche Pilzgeflecht (Myzel) befindet sich im Boden, es baut das im Beet aufgebrachte Substrat ab und wandelt es in wertvollen Humus bzw. NĂ€hrstoffe um, die deine GemĂŒsepflanzen wahrscheinlich gut brauchen können. Sie können sich diese NĂ€hrstoffe aber nicht selbst aufbereiten. Der Pilz tut also Gutes und wenn er das Substrat vollstĂ€ndig aufgezehrt und umgewandelt hat, erlischt sein Vorkommen frĂŒher oder spĂ€ter von selbst.


    LG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim PilzsachverstÀndigen vor Ort.

    4 Mal editiert, zuletzt von Sepp ()

  • LinzerTaeubling

    Das mit dem Bruch des Stiels war genau das was ich komisch fand. UrsprĂŒnglich habe ich den Pilz abgeschnitten und dann den „Bruchtest“ gemacht.


    Sepp

    Danke fĂŒr die tolle ErklĂ€rung! Ich habe mal Melanoleuca verrucipesgegoogelt, und der sieht genauso aus.

    FĂŒr mich war der Stiel auch ein sehr markantes Merkmal. Ich habe erfolglos nach dem Merkmal "gefurcht" gesucht, denn in meinem Pilzbuch steht lĂ€ngsfasrig



    Nochmals Danke fĂŒr die Hilfe!


    LG

    Björn

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